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Die Meinungen hinsichtlich Elektro-Fahrzeuge bleiben kontrovers. Der Abbau von begrenzten Ressourcen sowie der hohe Wasserbrauch sind die zwei scheinbar stärksten Argumente gegen die Nutzung von elektronisch betreibenden Fahrzeugen. Dabei wird häufig außer Acht gelassen, dass nicht nur Fahrzeug-Batterien in ihrer Produktion einen CO2-Abdruck hinterlassen. Auch Gegenstände unseres alltäglichen Lebens hinterlassen Spuren. Maximilian Fichtner vom Helmotz-Institut für elektronische Energiespeicherung, zeigt einen Vergleich auf, der zum Nachdenken bewegt:

Für die Gewinnung des in den Batterien enthaltene Lithium verdunsten 3.840 Liter Wasser für einen Akku mit einer Leistung von 64 kW/h. Genauso viel wird für den Anbau von lediglich zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder die Herstellung 250 Gramm Rindfleisch benötigt.

In Bezug auf das ebenfalls in den Akkus enthaltene Kobalt ist bereits ein verstärktes Bewusstsein bei den Produzenten vorhanden. Kobaltfreie Modelle sind zur Zeit in der Entwicklung. So wurde dieses Jahr eine erste Lithium-Ionen Batterie ohne Kobalt vom chinesischem Hersteller SVOLT auf der IAA vorgestellt.

Bei der Betrachtung der Thematik gerät oftmals auch in Vergessenheit, dass Verbrenner mit fossilen Treibstoffen fahren für die ebenfalls endliche Ressourcen abgebaut werden.

Die Frage nach der umweltfreundlichste Lebensweise lässt sich nicht vorschnell beantworten.  Es lohnt sich daher immer das größere Bild zu sehen und bewusst Verantwortung zu übernehmen – durch reduzierten Konsum von Avocados oder durch die bewusste Wahl des Fortbewegungsmittels.

 

Quelle: Der Tagesspiegel, 2.12.2019

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