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Auf dem Universitäts-Campus der ETH Zürich-Dübendorf wird das Projekt Umar verwirklicht: Es steht für „Urban Mining and Recycling“ und soll ein Best-Practice-Beispiel für den Bau mit wiederverwerteten und wiederverwendeten Materialen darstellen. In diesem Rahmen arbeiten das Stuttgarter Architektur- und Ingenieurbüro Werner Sobek, das Karlsruher Institute of Technology (KIT) und die Universität zusammen an einer Studierenden-WG aus Müll.

Dabei sollen die Ziegelsteine aus zertrümmerten Toilettenschüsseln, die Badfliesen aus alten Schneidebrettern, Wärmedämmung aus ausgetragenen Jeans und Trockenbauwände aus Tetra-Packs nicht nur nachhaltig sein, sondern auch noch hohe ästhetische Anforderungen erfüllen können. Bis zu vier Personen sollen die 125 Quadratmeter große Wohnung beziehen können und bei Bedarf interessierten Gästen eine Führung durch ihre Räumlichkeiten geben.

Nicht nur ist das Bauprojekt nachhaltig, es verbindet zudem Vergänglichkeit mit Ewigkeit: Die Kupferbleche der Fassade stammen von verschiedenen Gebäuden der Region, die Designer-Türknäufe wurden aus einem alten Bankgebäude in Brüssel wiederverwendet. So werden aus alten Materialien nicht nur neue hergestellt, sondern auch teilweise in ihrem ursprünglichen Design neu zum Leben erweckt.

Roland Bechmann, Partner im Stuttgarter Architektur- und Ingenieurbüro berichtet erfreut, dass die Baubranche für solch einen Wandel bereit sei, lediglich mehr Informationen über die zirkuläre Bauweise müssten verbreitet und die Verfahren normalisiert werden.

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