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Einer Studie des ICCT (International Council of Clean Transportation) zufolge, weisen reine Elektroautos im Vergleich zu konventionell betriebenen Fahrzeugen eine deutlich bessere Bilanz in Bezug auf Treibhausgasemissionen auf. Dies sei selbst in Ländern wie China oder Indien der Fall, in denen ein großer Teil der Energie aus der Kohle stammt.

Ein wichtiges Merkmal dieser Studie: Bei der Berechnung der Treibhausgas-Emissionsbilanz, wurde der komplette Lebenszyklus eines Fahrzeuges untersucht. Einschließlich der Fertigung und des Verschrottens. In Europa sei momentan eine Einsparung von 66 bis 69% im Vergleich zu einem Verbrenner zu erreichen. Hierbei wurde für den Betrieb des Fahrzeuges auf den europäischen Energiemix zurückgegriffen, der auch Strom aus Kohle und anderen Quellen beinhaltet. Sollte für das Laden des Fahrzeuges lediglich Strom aus erneuerbaren Energien genutzt werden, beläuft sich die Ersparnis schon heute auf 81%. Bis 2030 geht man von strengeren Vorgaben seitens der EU aus. In diesem Fall würde sich die Einsparung basierend auf Berechnungen mit einem durchschnittlichen Energiemix, auf 74 bis 77% belaufen.

Ein Blick ins Ausland verrät, dass auch dort die Einsparungen gegenüber Verbrennern signifikant sind. Selbst in Ländern wie China, in denen viel Energie aus Kohle gewonnen wird, belaufen sich diese auf 37 bis 45%. In den USA sind es 60 bis 68% und selbst in Indien sind es noch 19 bis 34%.Betrachtet man weitere alternative Antriebsformen, bleiben die Einsparungen bestehen, auch wenn sie nicht annähernd so groß sind wie bei reinen Elektrofahrzeugen. Plug-In-Hybride schaffen dabei durchschnittlich 25 bis 27%, nicht extern ladbare Hybride rund 20%. Große Unterschiede fallen bei Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb auf. Verwendet man grauen Wasserstoff – dieser wird aus der Reformierung von Methan und Erdgas gewonnen – sind es nur 26% Ersparnis, da das verwendete Methan ein noch potenteres Treibhausgas als CO2 ist. Wird jedoch auf grünen Wasserstoff zurückgegriffen, dessen Herstellung rein auf Basis erneuerbarer Energien stattfindet, können durchschnittlich mehr als dreiviertel der Kosten eingespart werden.

Abschließend kommt der Leiter der ICCT-Studie, Georg Bieker zu dem Resultat, dass die Dekarbonisierung der europäischen Autoflotte bis 2050 nur durch den Einsatz von grünem Wasserstoff und rein elektrischen Fahrzeugen zu bewältigen ist. Weitere Alternativen wie beispielsweise synthetische Kraftstoffe oder Biokraftstoffe, würden keinen nennenswerten Beitrag zu diesem Ziel leisten können. Ebenfalls sei laut ihm das Ende von Neuzulassungen von Verbrennern bis spätestens 2035 ein Muss, um das Ziel Dekarbonisierung im europäischen Verkehr bis 2050 zu erreichen.

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