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19 Prozent der Gesamtemissionen in Deutschland entstehen im Verkehrssektor. Der wachsende Onlinehandel führt zu einem Anstieg im Güterverkehr, der zu über 68 Prozent auf der Straße stattfindet. Dieses Problem wurde nun von einem Forschungsteam des Research Lab for Urban Transportation (ReLUT) der Frankfurt University of Applied Science aufgegriffen. Als Teil des Projektes „LastMile Tram“ wurde in Kooperation mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main und dem Logistiker Hermes ein Pilotversuch durchgeführt, in dem Pakete mit der Straßenbahn transportiert wurden.

In einem dreistufigen Zustellverfahren liefert Hermes zuerst die Pakete mit einem Elektro-Transporter aus dem Depot zur Straßenbahn. Anschließend transportiert diese die Pakete bis an die gewünschte Haltestelle. Ab hier nimmt ein Kurier die Pakete an und stellt sie mithilfe eines Elektro-Lastenrads zu. Um das Verfahren möglichst ungehindert testen zu können, wurde das Projekt außerhalb der Stoßzeiten mit speziellen „Logistiktrams“ durchgeführt. Zudem wurden die technischen Bedingungen herausgearbeitet, die den Transport effizienter gestalten sollen. So wurden bspw. spezielle Transportboxen sowie Befestigungsmittel zur Ladungssicherung verwendet. Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke vom ReLUT ist davon überzeugt, dass das Vorgehen auch in der Praxis bestehen kann.

Kosten und Emissionseinsparungen sprechen für das Projekt: Die Zustellung mit dem neuen Verfahren kostet durchschnittlich 1,93 Euro pro Paket. Das traditionelle Verfahren mit einem Transporter, vom Depot bis an die Haustür, weißt Kosten von 1,65 Euro pro Paket auf. Jedoch sind hierbei externe Kosten, wie Staus und vor allem die Umweltverschmutzung, nicht mit eingerechnet. Mit der „LastMile Tram“ können bis zu 57 Prozent der Emissionen eingespart werden. Wenn lediglich 89 Fahrten am Tag auf die Straßenbahn umgestellt werden, führt dies zu einer Einsparung von 199,76 Tonnen CO2 im Jahr. Dies ist äquivalent zu einem Ausstoß von 77 Autos mit einer Jahresleistung von 13.500 Kilometern.

In zukünftigen Forschungen sollen vor allem die praktischen Anforderungen analysiert werden. Des Weiteren werden die technischen Voraussetzungen weiterentwickelt und optimiert. Auch diverse Schienennetze, wie bspw. die U-Bahn, werden auf ihre Eignung überprüft. Das Forschungsprojekt befindet sich bereits in Planung.

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